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Fulda, 30.09.2007

Keller & Straßen überflutet, Pferde gerettet

300 Unwettereinsätze


Fast 300 Unwetter-Einsätze haben Feuerwehren, Technisches Hilfswerk (THW) und Rettungsdienst innerhalb von 24 Stunden (Freitagabend bis Samstagabend) in der Region Osthessen geleistet. Überflutete Straßen gesperrt, Keller ausgepumpt, steckengebliebene Autos aus dem Wasser geholt, Sandsäcke verteilt und viele andere Aktionen bestimmten die Einsätze, an denen in mehreren Landkreisen etwa 2.000 Helfer beteiligt gewesen sein dürften. Nach einem ersten Überblick dürften größererer nachhaltiger Schäden nicht entstanden sein - allerdings sind in zahlreichen Häusern eingelagerte Möbel, Kleidung, Nahrungsmittel oder anderes durch das Wasser in den Kellern unbrauchbar geworden.

In der Region Fulda etwa traten aufgrund starker Regenfälle die Fulda, Haune und Bieber über die Ufer. Dies führte zeitweise zu einer Überlastung des Kanalnetzes. In den Gemeinden um Fulda waren zahlreiche Straßen überflutet und Keller voll Wasser gelaufen. Die Feuerwehren wurden zu ca. 90 Einsätzen gerufen, in denen vorwiegend Sandsäcke gestapelt und Keller ausgepumpt werden mußten. Insgesamt waren hier 500 Einsatzkräfte der Feuerwehren des Landkreises und der Stadt Fulda sowie Einheiten des THW im Einsatz. Viele Einzelfälle gibt es, aber teilweise wurde das Wasser auch flächenhaft zum zerstörenden Faktor. Allgemein gilt: das Unwetter kam für die meisten völlig überraschend - und manchmal war das Wasser auch so schnell weg, wie es gekommen war. Über die Situation am Freitagabend hatte Osthessen-News ausführlich berichtet.

Am Samstagmorgen meldete die Polizei bei anhaltendem Regen noch Straßenüberflutungen etwa in der Gemarkung Philippsthal-Heimboldshausen - L 3172 - Richtung Schenklengsfeld sowie die Bahnhofstraße in Hauneck-Oberhaun. In Bad Hersfeld regnete es nachts in der Oberen Frauenstraße durch ein undichtes Dach in ein Wohnhaus. Die Wohnung im Dachgeschloß war nicht mehr bewohnbar. Die Mieter fand in einer anderen Wohnung Zuflucht. Das Dach musste vom THW notdürftig repariert werden.###

"Keller unter Wasser" meldete fast jede Gemeinde, die Feuerwehren kamen mit ihren Saugpumpen kaum hinterher. In Niederaula war ein Autohaus bedroht und in Sorga war nicht nur die Bundesstraße 62 gesperrt, sondern dort stand auch der örtliche Sportplatz komplett unter Wasser. In der Fachwerkstadt a. d. Fulda befand sich der Pegel auf einem Stand von fast vier Metern - normal sind in Rotenburg nur etwa 1,50 Meter. Und weiter südlich führt natürlich auch die Fulda auch Hochwasser bei Ludwigsau-Friedlos: der Radweg entlang der Fulda ist in der Ortslage Friedlos überflutet und auch der "Rohrbach", der bei der Ludwigsau Mühle in die Fulda mündet, ist randvoll.###

In Lütter-Memlos (Kreis Fulda) hat ON-Leser Roland Schreiner die Entwicklung an der "Wasserfront" dokumentiert. Was auf den Fotos der Nacht zum Teil wie eine Aufnahme einer ruhigen Meeresoberfläche erscheint, entpuppt sich dann am Tage als saftige grüne Wiese. Und die im Hintergrund nachts als "Ölbohrinsel" erscheinende Anlage ist in Wirklichkeit das Klärwerk der Firma Förstina-Sprudel. Die kleine Brücke über die Lütter und die dahinter liegende Wiese waren komplett überflutet. Die Anwohner in Lütter-Memlos, die an der Lütter wohnen, waren bis um 23:00 Uhr auf den Beinen bis sich ein Rückgang des Hochwassers abzeichnete.###

Die Freiwillige Feuerwehr Eichenzell legte den folgenden umfangreichen Einsatzbericht vor, denn der Dauerregen führte wie auch in anderen Gemeinden dazu, dass Flüsse wie die Fulda und die Lütter über ihre Ufer traten. Nachdem aus Gersfeld, Poppenhausen und Ebersburg bereits Unwettereinsätze wie vollgelaufene Keller gemeldet wurden, ließ die Lage im Gemeindebereich entlang der Fulda und der Lütter noch nichts schlimmeres erahnen. Dennoch wurden die Feuerwehren Lütter und Rönshausen gegen 19.30 Uhr in Bereitschaft versetzt um die Pegelstände zu beobachten. Sie waren zwar erhöht, eine Gefährdung von ufernahem Gebäuden war jedoch nicht zu erwarten. Etwa eine halbe Stunde später wurde aus Lütter ein plötzlicher, sprunghafter Anstieg der Flüsse gemeldet und das Bürgerhaus in Lütter musste mit Sandsäcken geschützt werden. In kurzer Folge wurden mehrere überflutete Garagen und Keller – hauptsächlich aus dem Forstweg – in Lütter gemeldet.

Diese Einsätze wurden von den Feuerwehren Lütter und Eichenzell abgearbeitet und ausgepumpt. Hierzu wurde unter anderem ein Fahrzeug, dass sich auf dem Rückweg von der Großübung auf der A 66 befand sofort nach Lütter beordert. „ So hoch war das Wasser noch nie“, berichtete Lütters Wehrführer Bernhard Leibold. Um keine weiteren Überraschungen zu erleben, wurde nun auch die Feuerwehr Welkers alarmiert, die ihrerseits den Flusslauf in der Ortslage kontrollierte. Auch hier wurde zuerst ein erhöhter, aber nicht bedrohlicher Pegelstand gemeldet. Das Öffnen eines Wehres führte nochmals zu einer Entspannung der Situation. Trotzdem der Hochwasserscheitel Rönshausen ohne Folgen passierte und man davon ausging, dass sich der Wasserstand in den Auen zwischen Rönshausen und Welkers entspannen würde, wurden in Welkers zwei Keller mit Sandsäcken gesichert. Mehrere Pferde mussten von einer überfluteten Koppel in der Ortslage in den sicheren Stall gebracht werden.

Aufgrund dieser Ereignisse warnte die Einsatzleitung, die sich unter der Leitung von Gemeindebrandinspektor Fischer im Feuerwehrhaus Eichenzell befand, die Anwohner in Flussnähe im Ortsbereich Eichenzell vor, damit diese Vorkehrungen treffen konnten. Zwar wurden die Anwesen im Bereich “Sachsenhausen“ durch Feuerwehr und Bewohner mit Sandsäcken so gut wie möglich gesichert, leider stieg der Wasserspiegel so rasch und hoch an, dass nur begrenzt Erfolge erzielt werden konnten. Den ganzen Abend hindurch wurden Sandsäcke für die Einsätze in den verschiedenen Orten am Bauhof Eichenzell gefüllt, um den Bedarf decken zu können, mussten jedoch 600 Sandsäcke vom THW-Ortsverband Fulda angefordert werden. Insgesamt gab es in 14 Stunden 31 Einsätze.

 

Bericht: Osthessen-News.de
Fotos: Osthessen-News.de

 

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